Rostocker Koggenzieher

Komödiantisch, kabarettistisch und pantomimisch überzeugte Christoph Sieber,
Gewinner des 2. Rostocker Koggenziehers. (Jury & Publikum)

 

Mit seinem Auftritt, der fröhlich Promis schlachtet und den modernen Aberglauben an Werbung, Umfragen oder Stars untergräbt, gewann Christoph Sieber am Samstagabend in der Bühne 602 das Finale des zweiten Wettbewerbs um den Kabarett-Preis „Rostocker Koggenzieher“. Und freute sich sehr. „Ich habe vorher gehört, dass die Leute hier das Festival mit Herz und Liebe machen, und so war's auch.“ 150 bis 200 Vorstellungen jährlich spielt Sieber. Firmengala, Comedy und Kabarett heißen seine Tummelplätze, von allzu strengen Unterscheidungen hält er nichts: „Da wird meistens schlechte Comedy mit gutem Kabarett verglichen. Aber es gibt eben auch gute Comedy und schlechtes Kabarett.“

 

Rostocker Koggenzieher

 

Sieber bietet in seinem Programm, das gestern Abend nochmal in voller Länge gezeigt wurde, beides. Schlaksig kommt er auf die Bühne, fängt sein Publikum ungeniert mit plumpen Kalauern ein, um ihm dann Kabarettistisches unterzujubeln und rasant zwischen Schwach- und Tiefsinn zu pendeln. Seine Pointen kommen nicht nur aus dem Text – bei dem studierten Schauspieler und Pantomimen werden sie in fröhlichen Demonstrationen zum optischen Gaudi.